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Wie passen sich Zeitungen dem medialen Strukturwandel an?
Posted by Claudia Poggiolini under New Media
Die modernste Technik erlaubt das Konsumieren von Web-Inhalten bei einfacher Bedienung in angenehmer Grösse und hoher Qualität am TV-Bildschirm. Damit werden die Online-News zum Familienerlebnis!
Von Jahr zu Jahr gewinnt Internet an Wichtigkeit und an Möglichkeiten und drängt deshalb andere Medien, wie z.B. kostenpflichtige Zeitungen, in den Hintergrund.
Immer mehr Leute beziehen die News lieber aus gut bebilderten inhaltlich trivialen Gratiszeitungen wie dem 20min oder online über den PC. Konsumiert werden Informationen, die nichts kosten und obendrein möglichst mühelos und ohne Aufbietung eigener Vorstellungskraft in den Kopf der Konsumenten gelangen, also vorzugsweise Bilder, Videos und auch sonst alles, was blinkt und sich bewegt.
Wie passen sich nun herkömmlich Medien wie Zeitungen diesem Strukturwandel an?
Sie versuchen natürlich, möglichst viele interessante Inhalte in ansprechender Weise online zu schalten. Schwierig daran ist: Das Wesen der Zeitungen besteht nun mal darin, mittels Text zu informieren. Die Durschschnittslesedauer von Online-Texten ist allerdings deutlich verkürzt, leidet der Leser doch alsbald unter überanstrengten Augen und weiss ausserdem schon nach kurzer Zeit nicht mehr, wie er sich auf dem unbequemen Bürostuhl positionieren soll. Mit grossem Aufwand versuchen Zeitungshäuser deshalb, Vorteile, die das Internet bietet, für ihre Inhalte nutzbar zu machen, um diese möglichst ansprechend und attraktiv zu gestalten. Dem ‘Leser’ werden die Zeitungs-Inhalte nun neu mittels Online-Videos, blinkenden Hinweisen, Verlinkungen usw. schmackhaft gemacht. So mag es für den Konsumenten eine Zeit lang sicherlich seinen Reiz haben, ein Interview-Video anzuschauen, da er so nicht nur in den Genuss des Sehens und Hörens der beteiligten Personen kommt, sondern im Gegensatz zu den Fernseh-Nachrichten auch noch den Zeitpunkt des Betrachtens selbst bestimmen kann. Auch Hinweise und Verlinkungen faszinieren anfangs, wenn z.B. zum ersten Mal ein Artikel aus dem Jahre 1948 angeklickt werden kann, in dem darüber debattiert wird, ob Frauen nun lange Hosen tragen können oder nicht.
Leider nimmt jedoch die Faszination für solche Spielereien nach kurzer Zeit rasant ab. Gründe dafür sind die schlechte Qualität und zu geringe Grösse von Online-Videos und anderen Web-Inhalten. Ausserdem sind Online-Beiträge am PC kaum je bequem konsumierbar, was es auch verunmöglicht, diese in Gemeinschaft anzuschauen. Somit wird ein anschliessender Austausch über das Gesehene ebenfalls verhindert. Deshalb gehen die meisten Konsumenten schon bald wieder dazu über, sich und ihre Familie bequem beim 10vor10 auf dem Sofa zu platzieren.
Die Zeitungen erreichen folglich mit den Onlineschaltungen von Informationen noch nicht ganz, was sie möchten. Wobei durchaus nicht nur ihre Inhalte zu kritisieren sind – wenn auch, da ja kaum mehr gelesen wird, sicherlich noch mehr auf bewegtes Bildmaterial hingearbeitet werden sollte – sondern vor allem auch die Art der Präsentation einer Umstrukturierung bedarf. Unterstützt von der modernsten Technik können dieselben Inhalte neu in hoher Qualität am TV-Bildschirm konsumiert werden. Damit sind die Vorteile des TVs, die Nachrichten gemütlich mit der Familie auf dem Sofa zu geniessen, und die Vorteile des Internets, Inhalte jederzeit nach eigener Wahl abzurufen, miteinander verbunden.
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November 17, 2009 -
New Media -
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